Trump hält Loyalitäts-Meeting im Stile Nordkoreas – und nickt ein
Donald Trump hat seit Jahren einen Personenkult um sich aufgebaut, der in der Geschichte der US-amerikanischen Demokratie beispiellos ist. Seine politische Anhängerschaft hat er wie eine Sekte aufgebaut und gepflegt, seine Fans beten ihn teils wie einen Heiligen an – und seine Kolleg:innen sind Untertanen.
Klingt übertrieben? Trumps Umgang mit seinen Ministerinnen und Beratern in einem aktuellen Kabinetts-Meeting spricht eine andere Sprache. Der US-Präsident zeigte dort mal wieder Züge eines Despoten, bevor er dann auch noch einnickte.
Trump-Kabinett: Lobeshymnen auf den US-Präsidenten
Die öffentliche Kabinettssitzung, die am Montag in Memphis stattfand, wurde von einer Reihe von Lobreden auf den Präsidenten geprägt, die an autoritäre Regime erinnerten.
Stephen Miller, ein langjähriger Trump-Berater, begann laut dem US-Portal «Mediaite» mit einer fast dreiminütigen Rede, in der er den Präsidenten für seine «Vision, seinen Mut und seine Entschlossenheit» lobte. Er bezeichnete Trumps Politik demnach als «nationales Wunder», das über Generationen hinweg studiert würde.
Zur Erinnerung: Es handelte sich um eine Kabinettssitzung, in der es eigentlich um politische Inhalte gehen soll. Trump schien angesichts derartiger Lobpreisungen hin und weg und erklärte dem anschliessend ans Mikro tretenden FBI-Direktor Kash Patel: «So Kash, mal sehen, ob du das toppen kannst!» Er fügte hinzu: «Das wird schwierig, Kash.»
Patel begann daraufhin, wie auch auf Aufnahmen der Sitzung zu sehen ist, seine eigene Lobeshymne für Trumps «brillante Führung», mit der der US-Präsident «die sicherste Nation auf Gottes grüner Erde» geschaffen habe.
This has serious North Korean vibes https://t.co/zdJcdjRT12
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) March 23, 2026
Er fügte laut Mediaite hinzu: «Hier in Memphis, Tennessee, haben Sie der Welt eine Show geliefert.» Dank Trump seien «Gangster, Vergewaltiger, Mörder und Drogendealer in Rekordzahlen» festgenommen worden. Und zum Abschluss schwärmte Patel, er lebe als FBI-Direktor, der als Kind vor einem Genozid in Ostafrika in die USA geflohen war, den «wildesten Traum, den Sie sich vorstellen können» – dank Trump.
Laut «Mediaite» zeigte sich der US-Präsident mit Patel nach dessen etwa zweiminütigen Rede zufrieden: «Er hat es wirklich gut gemacht», lobte er demnach. Die Szenen wurden auf Social Media vielfach geteilt und kritisiert. Der X-Account «Republicans against Trump» kommentierte: «Das hat ernsthaft nordkoreanische Vibes.»
Trump nickt schon wieder ein
«Wilde Träume» waren auch für Trump ein gutes Stichwort bei dem Meeting. Denn all die Lobeshymnen konnten ihm anscheinend nicht genug Energie liefern, um der Veranstaltung mit voller Aufmerksamkeit zu folgen.
Stattdessen nickte Trump offensichtlich mal wieder ein, wie Bilder zeigen, auf denen der US-Präsident mehrere Sekunden lang mit dem Kopf zur Seite gelehnt regungslos seine Augen geschlossen hat.
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump Schwierigkeiten hat, bei einer öffentlichen Veranstaltung wach zu bleiben. Bereits in der Vergangenheit wurde er bei Kabinetts-Meetings und Pressekonferenzen mit geschlossenen Augen gefilmt.
Kritikerinnen und Kritiker werfen ihm schon lange vor, dass sein Verhalten auf gesundheitliche Probleme hinweisen könnte. Trump war mit 78 Jahren Anfang 2025 immerhin der älteste Präsident, der das Amt des US-Präsidenten jemals antrat.
Trump selbst hat solche Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Ende Januar erklärte er bei einer anderen Kabinettssitzung: «Manche Leute sagen, ich habe die Augen geschlossen. Schauen Sie, es wurde langweilig. Ich habe nicht geschlafen, ich wollte einfach nur raus hier.» (fwa)
